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- in Hochrisiko- und Niederrisiko-Typen unterteilt.
HäufigkeitWeltweit ist das Zervixkarzinom (Gebärmutterhalskrebs) mit jährlich knapp 471.000 Neuerkrankungen und 233.000 Todesfällen die zweithäufigste Krebsart bei Frauen. Bezüglich der Inzidenz und Mortalität bestehen jedoch erhebliche Unterschiede.1
In Europa werden jährlich ca. 60.000 neue Fälle und annähernd 30.000 Todesfälle registriert. Damit steht der Gebärmutterhalskrebs nach Brustkrebs in Europa an zweiter Stelle bei den krebsbedingten Todesursachen bei Frauen unter 45 Jahren.3 In Deutschland werden jährlich 6.500 Neuinfektionen registriert und die Zahl der Todesfälle liegt bei 1.700.4 In Österreich erkranken jährlich 550 Frauen und 280 Frauen sterben an einem Zervixkarzinom. Die für Deutschland und Österreich geschätzten Erkrankungsraten liegen im EU-Vergleich auf einem eher mittleren Rang. Während die Anzahl der Todesfälle in Malta und Finnland auf einem niedrigen Niveau pendelt (1,7 bzw. 1,8 bezogen auf jeweils 100.000 Frauen), ist die Anzahl der Todesfälle in Deutschland und Österreich relativ hoch (rund 4,0 pro 100.000 Frauen).
Das durchschnittliche Erkrankungsalter bei Zervix-karzinomen liegt zum Zeitpunkt der Diagnosestellung bei 52 Jahren. Im Vergleich zu vielen anderen Krebserkrankungen trifft das Zervixkarzinom damit viele Frauen in einem relativ frühen Lebensabschnitt.
Bei den meisten Krebsarten nimmt die Häufigkeit der Krebserkrankungen mit steigendem Alter zu. Dies trifft für das Zervixkarzinom nicht zu. Hier wird im Alter zwischen 25 und 35 Jahren bei deutlich mehr Frauen die Diagnose Gebärmutterhalskrebs gestellt als bei Frauen ab 65 Jahren. Dem entspricht eine unterschiedliche Altershäufigkeit mit einem ersten Gipfel zwischen 35 und 55 Jahren, der dann von einem zweiten Anstieg der Häufigkeit ab etwa 60 Jahren abgelöst wird.
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FrüherkennungDa das Zervixkarzinom in einem frühen Stadium fast zu 100% heilbar ist, kommt der gynäkologischen Krebsfrüherkennung eine wichtige Bedeutung zu. Aus diesem Grund existieren in den meisten Ländern nationale Vorsorgeprogramme, deren Effizienz jedoch sehr unterschiedlich ist. So weist Finnland mit einem Screeningintervall von lediglich 5 Jahren die geringste Inzidenzrate für das Zervixkarzinom in Europa auf.
Zytologische Untersuchung mittels Pap-Abstrich: Im Rahmen der europäischen Früherkennungsprogramme gilt die Mitte der 40er Jahre durch Papanicolaou und Traut entwickelte zytologische Untersuchung der Cervix uteri als der „Gold Standard”. Der nach seinem „Erfinder” benannte Pap-Test hat seit seiner routinemäßigen Einbindung in die gesetzliche Krebsvorsorge die jährliche Neuerkrankungs- und Mortalitätsrate in Europa deutlich gesenkt.
Die Pap-Zytologie ist jedoch in ihrer Aussagekraft beschränkt, da sie zwar die Symptome, nicht aber die Ursache des Zervixkarzinoms, eine persistierende Infektion mit krebserregenden humanen Papillomviren (HPV), erkennt. Zudem wurden in den letzten Jahren in zahlreichen internationalen und nationalen Studien Mängel bezüglich Qualität und Effizienz der Krebsfrüherkennung mittels Pap-Abstrich veröffentlicht.5–9 Trotz regelmäßiger Krebsvorsorge erkrankt zurzeit jede zweite Frau aufgrund einer falsch negativen Zytologie!
Zum Nachweis seltenerer Adenokarzinome der Cervix uteri ist der Pap-Abstich ungeeignet und der HPV-Test deutlich überlegen.
Ausblick Früherkennungsuntersuchungen:
Aus medizinischer Sicht ist für eine Verbesserung der Früherkennungsuntersuchung der Zusammenhang von Gebärmutterhalskrebs und dem humanen Papillomvirus (HPV) von Bedeutung. Auf Grund der kausalen Rolle einer HPV-Infektion bei der Entstehung von Gebärmutterhalskrebs rückt die Testung auf eine mögliche HPV-Infektion immer mehr in den Mittelpunkt. Mittlerweile wurde in zahlreichen Studien gezeigt, dass HPV-Tests sowohl als alleiniger Test als auch in Kombination mit einem zytologischen Test eine höhere Sensitivität aufweisen als die zytologischen Verfahren.10–11 Auf Grund dessen wurde die HPV-Testung bereits in viele Empfehlungen und Richtlinien mit aufgenommen.11–13
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Entstehung & VerlaufDie Auslöser: Humane Papillomviren
Es ist heute wissenschaftlich nachgewiesen, dass bestimmte Typen der humanen Papillomviren (HPV) die Zellen im Genitalbereich infizieren können und somit die Hauptursache des Zervixkarzinoms sind. Weit über 100 HPV-Typen sind bisher bekannt.14–17
Verbreitung humaner Papillomviren
Humane Papillomviren sind weit verbreitet. Schätzungsweise 75 bis 80% aller Frauen und Männer infizieren sich im Laufe ihres Lebens mit genitalem HPV. Jeder Infizierte kann die Viren durch genitalen Kontakt, vor allem durch Geschlechtsverkehr, auf einen anderen Menschen übertragen. Somit ist eine vorübergehende HPV-Infektion als eine ganz normale Folge sexueller Aktivität anzusehen.
Der Häufigkeitsgipfel für nachweisbare HPV-Infektionen liegt im Alter zwischen 20 und 25 Jahren. Mit zunehmendem Alter nimmt die Prävalenz nachweisbarer HPV-Infektionen ab.18
Verlauf einer HPV-Infektion
Die HPV-Infektion wird in den meisten Fällen durch das körpereigene Immunsystem über einen Zeitraum von ca. 8 bis 14 Monaten bekämpft. Diese vorübergehende oder transiente Infektion, die in Analogie zur viralen Infektion, z.B. der Nasenschleimhäute, auch als „zervikaler Schnupfen” bezeichnet wird, verläuft in der Regel völlig symptomlos. Schmerzen oder sonstige Anzeichen treten nicht auf, so dass die HPV-Infektion von den meisten Frauen nicht wahrgenommen wird.19–23
Nur in wenigen Fällen bleibt die Infektion bestehen (persistente Infektion) und kann zunächst zu präkanzerösen Vorstufen (Dysplasien, CIN) führen. Allerdings entwickelt sich daraus nicht notwendigerweise ein Zervixkarzinom, da die Vorstufen in vielen Fällen wieder abheilen. Die Selbstheilungsrate bei leichten oder mäßigen Dysplasien (CIN1 oder CIN2) schwankt zwischen 40 und 90%. Dabei ist, neben einer Anzahl sogenannter Kofaktoren, das Alter der Frau zum Zeitpunkt der Diagnose sehr entscheidend: je jünger die Frau bei der Diagnose ist, desto besser sind die Aussichten auf eine spontane Regression der Krebsvorstufen. Bleiben selbst die präkanzerösen Vorstufen unentdeckt, kann sich daraus, über einen relativ langen Zeitraum von mindestens 7 Jahren bis über Jahrzehnte nach der erfolgten HPV-Infektion, ein Zervixkarzinom entwickeln.24
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![]() Verlauf einer HPV-Infektion Ins Bild klicken zum Vergrößern |
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Kofaktoren
Die Infektion mit Hochrisiko-Typen ist notwendige Voraussetzung für die Entstehung eines Zervixkarzinoms. Neben dem Alter können jedoch folgende Kofaktoren das Erkrankungsrisiko zusätzlich erhöhen:
- Rauchen
- zusätzliche Infektionen im Genitalbereich
- zahlreiche Schwangerschaften und frühe Geburten
- AIDS
- Medikamente, die das Immunsystem unterdrücken, z.B. nach Organtransplantation
- Einnahme hormoneller Verhütungsmittel („Pille“) über längere Zeiträume
HPV-Infektion heißt nicht gleich Krebs!
Schätzungsweise 75 bis 80% aller Frauen infizieren sich im Laufe ihres Lebens mit genitalem HPV. Bei vielen HPV-Infizierten (80%) kann die natürliche Immunabwehr des Körpers den „zervikalen Schnupfen“ nach einem Zeitraum von ca. 12 Monaten eliminieren. Bei 20% wird jedoch Persistenz oder zunehmende Verschlimmerung (Progredienz) beobachtet. Daraus entwickeln sich bei 5 bis 10% aller Hochrisiko-HPV-positiven Frauen – meist im Alter zwischen 20 und 40 Jahren – zytologische Auffälligkeiten.
Nach einem Intervall von 7 bis 15 Jahren führt dann bei weniger als 1% der Frauen die persistierende Hochrisiko-HPV-Infektion zum Karzinom.
Die Etablierung einer regelmäßigen HPV-Vorsorge ermöglicht dabei eine sichere Aussage über eine HPV-Infektion und den individuellen Krankheitsverlauf.
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Wahrscheinlichkeit der Ausbildung eines Zervixkarzinoms oder einer Vorstufe Ins Bild klicken zum Vergrößern |
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Krankheitsverlauf
Die Zahl der Frauen, bei denen eine Krebsvorstufe entdeckt wird, ist etwa 100-mal so hoch wie die Anzahl derer, bei denen sich tatsächlich ein Zervixkarzinom entwickelt. Eine regelmäßige HPV-Vorsorge gibt Sicherheit über den Verlauf.
Entscheidend ist der HPV-Typ!Die genitalen humanen Papillomviren werden in zwei Gruppen eingeteilt. Die Einteilung erfolgt entsprechend ihrer Aggressivität, Krebswachstum auszulösen:25 Niederrisiko-Typen (low-risk-HPV, LR-HPV) Niederrisiko-Typen verursachen hauptsächlich Genitalwarzen (genitale Kondylome) und werden praktisch nie bei Krebserkrankungen gefunden. HPV 6 und – weniger häufig – HPV 11 sind mit etwa 90% die Hauptverursacher von (gutartigen) Warzen im Genitalbereich.
Hochrisiko-Typen (high-risk-HPV, HR-HPV) Hochrisiko-Typen verursachen Krebsvorstufen (Dysplasien, zervikale intraepitheliale Neoplasien, CIN) und Krebs. Sie sind in 99,7% aller Fälle des Zervixkarzinoms identifiziert worden. Die Mehrheit der Zervixkarzinom-Erkrankungen (ca. 70%) werden durch nur zwei HR-HPV-Typen hervorgerufen: HPV-Typ 16 (53,5%) und HPV-Typ 18 (17,2%).26
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RisikoDas Risiko ist berechenbar! In Abhängigkeit vom Hochrisiko-HPV-Typ erhöht sich die Wahrscheinlichkeit, dass Krebswachstum ausgelöst wird, um das bis zu 400-fache (HPV-Typ 16). Eine persistierende Infektion mit HPV-Typ 68 dagegen erhöht die Wahrscheinlichkeit „nur” um das 50-fache.27 Die unterschiedliche „Aggressivität” der Hochrisiko-HPV Typen verdeutlicht die Tatsache, dass über 70% aller Zervixkarzinome auf persistierende Infektionen mit den HPV-Typen 16 und 18 zurückzuführen sind. Vor diesem Hintergrund erhält die typenspezifische, persistierende Infektion mit den Typen 16 und 18 eine besonders große Bedeutung.28– 30 So zeigte eine 10-Jahres-Studie in Dänemark, dass Frauen mit einem zunächst normalen Pap-Abstrich, aber einer persistierenden Infektion mit HPV 16, ein absolutes Risiko von 52% haben, innerhalb von 10 Jahren eine schwere Dysplasie zu entwickeln. Im Gegensatz dazu zeigten Frauen mit einer persistierenden Infektion durch einen anderen HPV-Typ als HPV-Typ 16 oder 18 nur ein Risiko von 13%.31 Mit Hilfe der HPV-Typisierung kann folglich die Wahrscheinlichkeit für die Entstehung von Krebs besser abgeschätzt werden. Sie stellt so eine grundlegende und notwendige Voraussetzung für die Risikobewertung eines positiven HPV-Befundes dar. |
![]() Prozentualer Anteil der verschiedenen Hochrisiko-Typen an der Entstehung des Zervixkarzinoms Ins Bild klicken zum Vergrößern |
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Neue Chancen gegen Krebs: Die Entwicklung präventiver Impfstoffe gegen die beiden „gefährlichsten” Hochrisiko-HPV-Typen 16 und 18 stellt einen großen Fortschritt im Kampf gegen die Entstehung des Zervixkarzinoms dar. Dies erfordert jedoch auch in Zukunft die Teilnahme an Krebsfrüherkennungs-untersuchungen:32–36 - Die Impfstoffe schützen ausschließlich vor Erkrankungen, die durch humane Papillomviren des Typs 6, 11, 16 und 18 ausgelöst werden. 30% aller Zervixkarzinome werden durch andere Hochrisiko-HPV-Typen als Typ 16 und 18 verursacht. - Bisher ist nicht sicher geklärt, ob geimpfte Frauen möglicherweise häufiger an jenen HPV-Typen erkranken, die nicht im Impfstoff berücksichtigt sind (sog. Typen-Replacement). In diesem Zusammenhang kommt der HPV-Typisierung eine besondere Bedeutung zu. Sie schafft Klarheit über den HPV-Status der Patientin vor und nach einer HPV-Impfung. |
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HPV-Typisierung mit PapilloCheck® Um dem Bedürfnis einer verbesserten Risikoabschätzung bei HPV-Infektionen gerecht zu werden, hat Greiner Bio-One den DNA-Array PapilloCheck® entwickelt. PapilloCheck® ist ein in der europäischen Gemeinschaft zertifiziertes (CE) In-vitro-Diagnostikum (IVD) zum qualitativen typenspezifischen Nachweis von 24 humanen Papillomvirus-Typen aus einem zervikalen Abstrich. Durch den Test können insgesamt 6 Nieder- und 18 Hochrisiko-HPV-Typen nachgewiesen werden. Mit einer Sensitivität von 97% bietet PapilloCheck® ein Höchstmaß an Sicherheit und deutlich bessere Heilungschancen. |
![]() Mit PapilloCheck® nachweisbare HPV-Typen Ins Bild klicken zum Vergrößern |
| Quellenangaben: 1. Parkin D.M. et al.; Global cancer statistics, 2002; CA Cancer J. Clin. 2005, 55(2):74-108.
2. Ferlay J. et al.; GLOBOCAN 2002: Cancer Incidence, mortality and prevelance worldwide, version 2.0 IARC; Cancer Bases No. 5, Lyon, IARC, 2004.
3. Boyle P. et al.; Cancer incidence and mortality in Europe, 2004; Ann. Oncol. 2005, 16(3):481-88.
4. Gesellschaft der epidemiologischen Krebsregister in Deutschland e.V. (GEKID) in Zusammenarbeit mit dem Robert Koch-Institut (RKI); Krebs in Deutschland, Häufigkeiten und Trends; 5. überarbeitete, aktualisierte Ausgabe, 2006.
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11. Obstet Gynecol. 2004 Feb;103(2):304-9. Interim guidance for the use of human papillomavirus DNA testing as an adjunct to cervical cytology for screening. Wright TC Jr, Schiffman M, Solomon D, Cox JT, Garcia F, Goldie S,
Hatch K, Noller KL, Roach N, Runowicz C, Saslow D. Department of Pathology, College of Physicians and Surgeons of Columbia University, Room 16-404 P&S Building, 630 West 168th Street, New York, NY 10032, USA. tcw1@columbia.edu
12. Die aktuellen Leitlinien der DGGG Prävention, Diagnostik und Therapie der HPV-Infektion und präinvasiver Läsionen des weiblichen Genitale AWMF 015/027 (S2k) 13. HTA Bericht 58: HPV-DNA-Diagnostik zur Zervixkarzinomfrüherkennung
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